Melatonin Nebenwirkungen

Schlaf ist genauso wichtig wie Essen und Trinken. Sechs bis acht Stunden sind erforderlich, um am nächsten Tag ausgeruht zu erwachen. Dass man ab und zu schlecht schläft, ist normal. Werden die durchwachten Nächte aber zur Regel, greifen die Betroffenen oft zu Medikamenten. Viele Menschen nutzen dann Melatonin. Zwar hat auch Melatonin Nebenwirkungen, diese sind aber im Vergleich zu anderen Präparaten eher moderat ausgeprägt.

Symbolbild für Melatonin Nebenwirkungen

Melatonin Wirkung

Melatonin ist ein natürlich vorkommendes Hormon, das dem Körper sagt, wann es Zeit zum Schlafen ist. Erzeugt der Körper zu wenig davon, kann das den Schlafrhythmus stören. Bei Senioren kommen Schlafstörungen häufig vor. Das hat unter anderem damit zu tun, dass im Alter die Melatoninproduktion nachlässt. Um das Defizit zu beheben, gibt es Tabletten, Kapseln und Tropfen, die Melatonin als Schlafmittel enthalten.

Melatonin Nebenwirkungen

Auch hier gilt der alte medizinische Leitsatz: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen“. Daher können auch bei Melatonin Nebenwirkungen auftreten. Im Vergleich zu anderen Schlafmitteln sind diese allerdings eher harmlos (vgl. z. B. Zolpidem Nebenwirkungen).

Bei einer zu hohen Dosis oder wenn man das Mittel zum falschen Zeitpunkt einnimmt, kann es zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus kommen.  Wer das Medikament mitten in der Nacht nimmt, ist unter Umständen auch am nächsten Vormittag noch müde und schläfrig. Um das zu vermeiden, nimmt man das Mittel kurz vor dem Schlafengehen ein.

Gelegentlich oder selten können auch folgende Nebenwirkungen auftreten:

    • Albträume oder sehr lebendige Träume
    • Magenkrämpfe
    • Schwindel
    • Kopfschmerzen
    • Reizbarkeit
    • vermindertes sexuelles Verlangen

Oft lassen sich die Nebenwirkungen durch eine Verringerung der Dosis abmildern oder zum Verschwinden bringen. Bestehen sie aber fort, ist die Einnahme zu beenden und, am besten mit Hilfe eine Arztes, ein anderes Schlafmittel zu wählen.

Schwangere und stillende Frauen sollten auf diesen Wirkstoff verzichten, raten Experten.

Wenn Melatonin nicht hilft

Schlafstörungen können viele Ursachen haben. Melatoninmangel ist nur einer davon. Weil aber entsprechende Präparate in niedriger Dosierung rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, sind sie für Betroffene oft der erste Versuch einer Selbstmedikation.

Wenn sich der Schlaf durch die Einnahme von Melatonin nicht bessert, ist es erforderlich, die Ursachen abzuklären. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der zum Beispiel die Überweisung in ein Schlaflabor veranlassen kann. Eine genaue Diagnose ist das Fundament einer guten Behandlung. Von einer Selbstmedikation mit apothekenpflichtigen rezeptfreien Schlafmitteln raten die meisten Experten ab.

Weitere Informationen

Benjamin Clanner-Engelshofen: Melatonin. Artikel auf netdoktor.de

Melatonin als Schlafmittel

An Stelle von Benzodiazepinen und Z-Substanzen, die viele Nebenwirkungen aufweisen, verwenden viele Menschen heute Präparate mit dem Wirkstoff Melatonin als Schlafmittel. Das Hormon soll zahlreiche positive Eigenschaften aufweisen. Wenn man den Werbeversprechen der Anbieter Glauben schenkt, fördert es nicht nur einen gesunden Schlaf.

Behauptete Wirkungen

Angeblich verlangsamt Melatonin aufgrund seiner antioxidativen Wirkung auch die Alterung, stärkt das Immunsystem, beugt der Migräne und der Alzheimer-Krankheit vor oder kann sogar Krebs heilen. In den USA, wo es als Nahrungsergänzungsmittel in vielen Produkten enthalten ist, hat es nahezu den Ruf einer Wunderdroge. Neueste Erkenntnisse aus medizinischen Studien konnten einige dieser Behauptungen untermauern, andere jedoch nicht. Weil das Hormon in Deutschland, anders als in den USA, als Arzneimittel gilt, greifen Personen, die es kaufen wollen, häufig auf Internet-Anbieter zurück. Dor erhält man jedoch keine Beratung, die mit der medizinischen Fachberatung in einer Apotheke vergleichbar wäre.

Körpereigenes Melatonin

Der menschliche Körper stellt in der Zirbeldrüse sein eigenes Melatonin her. Dieses Hormon hat eine wichtige Rolle in der Steuerung des Schlafrhythmus. Bei Dunkelheit wird es vermehrt ausgeschüttet, was ein Gefühl von Müdigkeit auslöst und den Menschen veranlasst, zu Bett zu gehen um zu schlafen. Am Morgen, wenn die Helligkeit langsam wider zunimmt, stoppt die Epiphyse die Ausschüttung von Melatonin und versorgt den Körper mit Hormonen, die für Wachheit und Aktivität verantwortlich sind. Bei bestimmten Erkrankungen, bei Jetlag oder beim Übernachten in Räumen, die nicht ausreichend abgedunkelt sind, wird der Melatoninhaushalt gestört. Die betroffenen Menschen schlafen schlecht ein, wachen nachts häufig auf und fühlen sich am Morgen nicht erholt. Ebenso ergeht es älteren Menschen, da die Melatoninproduktion im Alter naturgemäß nachlässt. In solchen Fällen kann die Einnahme von künstlich hergestelltem Melatonin eine Erleichterung bringen.

Auswirkungen auf den Alterungsprozess

Aktuelle Forschungen haben sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern Melatonin den natürlichen Alterungsprozess verlangsamt. Klinische Studien weisen darauf hin, dass Melatonin tatsächlich einen positiven Einfluss auf den Alterungsprozess ausüben könnte. Allerdings liegen bisher noch keine belastbaren Langzeitstudien vor. Den Untersuchungen von Russell J. Reiter, dem die Entdeckung der vermeintlichen Anti-Aging-Eigenschaften von Melatonin zugeschrieben wird, wurden schwerwiegende methodische Mängel nachgewiesen. Ein belastbarer wissenschaftlicher Nachweis, dass es tatsächlich das Altern verzögert, liegt bislang nicht vor.

Kein Wundermittel gegen Krebs

Bisher gibt es keinen Nachweis, dass Melatonin sich positiv auf den Verlauf von Krebserkrankungen auswirkt. Immerhin deuten Langzeitstudien, die an der Berliner Charité durchgeführt wurden, darauf hin, dass eine bessere Schlafqualität das Wachstum von Tumorzellen verlangsamt, wohingegen Tumore bei Patienten, die über Schlafprobleme klagen, sich häufig schneller und aggressiver entwickeln. Somit sind gewisse positive Effekte von schlaffördernden Mitteln wie Melatonin in der Krebstherapie nicht von der Hand zu weisen. Die Hoffnungen, mit Melatonin endlich ein „Wundermittel“ gegen Krebs in den Händen zu halten, wurden jedoch nicht erfüllt.

Melatonin als Schlafmittel wirksam

Fest steht, dass Melatonin als Schlafmittel und bei Jetlag Erleichterung bringt. Gerade bei leichten Fällen von Schlaflosigkeit ist es eine gute Alternative zu Benzodiazepinen oder Z-Substanzen. Es ist aber nicht in der Lage, Wunder zu vollbringen oder unheilbare Krankheiten zu besiegen. Konsumenten, die außerhalb einer niedergelassenen Apotheke Melatonin kaufen, sollten sich vorab seriöse Informationen über die Wirkung beschaffen.

Weitere Informationen

Brigitta von Lehm: Das Dornröschen-Hormon ohne Wunderkraft. In: welt.de, 1. April 2007


Bild für Melatonin als Schlafmittel


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Bei folgenden Anbietern kann man Melatonin online kaufen: